10. Int. Wettbewerb
für klassisches Ballett Solothurn - 29. Mai 2005
Solothurner
Tagblatt: Regina Erb
In
seiner zehnten Auflage konnte der Solothurner Ballettwettbewerb am Sonntag
wieder zahlreiche Talente feiern. Elevinnen und Eleven aus dem In- und Ausland
haben sich vor der Jury und zahlreichen Zuschauern präsentiert.
Die 12-jährige Désirée Abric aus Arch stand am Sonntagabend etwas verlassen im grossen Konzertsaal in Solothurn. Die Mitstreiterinnen und Mitstreiter in ihrer Alterskategorie (10 bis 13 Jahre), die den Final absolviert hatten, waren bereits auf der Bühne mit Diplomen in der Hand. Und so kam es, wie es kommen musste: «Die Goldmedaille geht an Désirée Abric von der Ballettschule Barbara Bernard in Solothurn.» Zunächst vollzog die Kleine einige Sprünge, sah triumphierend zu ihren Eltern auf der Galerie hinauf und durfte vor der Jury und deren Vorsitzender, Susanne Natiez, die Auszeichnung entgegen nehmen. Das über neunstündige Ausharren hatte sich jedoch für alle Mitwirkenden gelohnt. Denn sämtlichen 96 Elevinnen und Eleven wurde klar, dass ihr liebstes Hobby oder der Beginn einer Profiausbildung eine schwierige Angelegenheit ist, für die sich Schweiss und Tränen lohnen.
Die
jüngste und die mittlere Gruppe des hoffnungsvollen Nachwuchses aus Schulen
zwischen Locarno und Basel stellte das grösste Kontingent. Je 34 Jugendliche im
Alter von knapp elf bis fünfzehneinhalb Jahren hatten ihre Lektionen gelernt
und nahmen mit den versierten Trainingsleiterinnen die Übungen an der Stange
und au milieeu (Exercices mit kleinen Choreographien) unter ihre Füsse. Da
zeigten sich echte Talente, coole Kids, die den Tanzvirus seit Jahren in sich
tragen und ihn wohl nie mehr verlieren werden. Es gab auch die Zaghaften, welche
dank dieses Wettbewerbs Selbstvertrauen erhielten und jetzt überlegen, ob sie
das Hobby eventuell zu ihrer Hauptbeschäftigung machen sollen. Der
Anschauungsunterricht und die freundliche Atmosphäre sowie die äusserst
kompetente Jury (unter ihnen
Der einzige Wermutstropfen war das Ausscheiden des 14-jährigen Raphael Peter aus Zürich. Der begabte Eleve musste wegen eines Wadenkrampfes im Finale forfait erklären, wurde jedoch selbstverständlich auch mit einer Urkunde bedacht. Ein Adieu der anderen Art gab's von Barbara Bernard, die während zehn Jahren (zunächst noch mit Barbara Schäfer, Deitingen) umsichtig und an vorderster Front für diesen wichtigen Anlass gekämpft hat. Nun liegt die Verantwortung ausschliesslich beim Schweizerischen Ballettlehrerverband, der erstmals als Organisator auftrat. Es ist zu hoffen, dass dieser dem Standort Solothurn treu bleibt. Die Stadt zieht nämlich tüchtig mit, und wie es der Zuschaueraufmarsch bewiesen hat, sind die Leute aus der Region wie auch aus der übrigen Schweiz und dem nahen Ausland am Tanzgeschehen enorm interessiert.